Liebe Freund*innen des Festivals,

Nach der digitalen Ausgabe 2020 freue ich mich besonders, dass in diesem Jahr die Autor*innen, Übersetzer*innen und das Publikum unter einem Dach zusammenkommen können, um 15 Jahre Primeurs zu feiern. Seit 2007 ist das Festival für zeitgenössische Dramatik ein Treffpunkt für Literatur- und Übersetzungsliebhaber. Es trägt nicht nur zur deutsch-französischen Freundschaft bei, es stärkt auch die Strahlkraft unserer Region, in der es zum Alltag dazugehört, sich gegenseitig über die jeweils andere Perspektive auszutauschen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe stehen die Themen Zugehörigkeit und Teilhabe, was entscheidende Themen sind, da ein persönliches Engagement seit jeher die treibende Kraft ist, um Beziehungen zwischen Nachbarn aufzubauen. Ich begrüße die Innovationsfähigkeit des Festivals, das sich im letzten Jahr neu erfunden hat und dieses Jahr über »Primeurs Plus« und »Plateforme« seine Tragweite noch vergrößert.

Und schließlich möchte ich den ausgewählten Autor*innen und Übersetzer*innen meine Gratulation aussprechen! Ein schönes Festival und tolle Entdeckungen für Sie alle!

Sébastien Girard
Französischer Generalkonsul im Saarland

Liebes Publikum,

Bienvenue zu einem außergewöhnlichen Jubiläum! Das Herz des Festival Primeurs ist – nach einer digitalen Ausgabe im vergangenen Jahr mit dieser 15. Ausgabe umso mehr – zweifellos der/die Autor*in samt Übersetzer*in und lebendig geteilte Literatur auf der Bühne oder im Studio. Immer geht es darin um literarische Welterfassung und den Austausch über Perspektiven. Immer auch um kulturelle Sensibilität – sei es in der Übersetzung, sei es in der szenischen Arbeit, sei es in der Rezeption durch ein Publikum. Über 80 Theaterstücke wurden seit seinem Bestehen – seit 2007 –, erstmalig in deutscher Sprache in Werkstattinszenierungen, Lesungsformaten und Live-Hörspielen präsentiert, um weiter den Weg in die Verlagskataloge, Rundfunk- und Bühnenprogramme zu finden. In diesem Jahr feiert das Festival Primeurs sein 15. Jubiläum mit einer zweisprachigen Ausgabe, die auch auf inhaltlicher Ebene das Thema der Zugehörigkeit und Teilhabe behandelt: die dezidiert politischen Autor*innen wie Eva Doumbia, Aristide Tarnagda und Dorothée Zumstein befragen nationale und regionale Identitäten, Laura Tirandaz kreist lyrisch um den gelebten Aufbruch, Caroline Bélisle hinterfragt mit Witz Alltagsbegegnungen, die bei Cathérine Verlaguet zur Lektion in Selbstbestimmtheit werden – ein gesellschaftspolitisches Programm, das uns mit Empathie, Wut und Wünschen erfüllen kann.

Gesellschaftliche Teilhabe und Ermächtigung sind zeitgemäße politische Diskurse, die, nebst in den diesjährigen künstlerischen Setzungen von Text und Bühne, erstmalig in einer digitalen Fachtagung zu Theaterübersetzung aufgegriffen werden: Dank der Bundesmittel-Förderung Neustart Kultur durch den Deutschen Übersetzerfonds richtet das Saarländische Staatstheater angegliedert ans Festival das dreitägige Online-Symposium zur Theaterübersetzung »Primeurs PLUS« aus. Hochkarätige Praktiker*innen diskutieren rund um das Thema »Von Macht und Ermächtigung: Theaterübersetzung im Transferprozess vom literarischen Text zur Bühnenkunst«.

Den Auftakt zum Symposium macht das nachhaltige Projekt »PLATEFORME«, eine archivierende und vernetzende Datenbank für französischsprachige ins Deutsche übertragene Theatertexte der letzten 30 Jahre. Sein Magazinteil behandelt Theaterübersetzung journalistisch – vom Interview bis zur Übersetzungskritik – und begleitet nicht zuletzt Festival und Symposium durch Hintergrundberichte.

Nebst an bekannte Spielorte in Forbach und Saarbrücken führt das Festival erstmalig auch in den Saarländischen Rundfunk. An jedem Veranstaltungsort sind das französische Original oder die deutsche Übersetzung mittels Übertitelung oder auditiver Technik erlebbar. Für den grenzenlosen Festivalgenuss sorgt das kostenlose Shuttle-Angebot zwischen Forbach und Saarbrücken.

Auf eine lustvolle und engagierte Jubiläumsausgabe also, mit der wir unser Miteinander dies- und jenseits der Grenzen feiern können!

Grégory Cauvin (Directeur Le Carreau), Bodo Busse (Generalintendant SST), Valérie Deshoulières (Institut Français Saarbrücken) & Martin Grasmück (Intendant des SR)

Mit freundlicher Unterstützung des französischen Ministeriums für Kultur/DGCA

Herzlichen Dank an die Sponsoren und Unterstützer