Ein Autor*innenpreis und Übersetzer*innenpreis

Seit 2008 stiften der Saarländische Rundfunk und das Saarländische Staatstheater mit der Unterstützung der Freunde des Saarländischen Staatstheaters einen Autor*innenpreis in Höhe von 3.000 Euro. 2017 kam ein Übersetzer*innenpreis in Höhe von 1.000 Euro dazu. Beide Preise werden durch eine Fachjury vergeben.

Jurybegründung 2021

Auswahl des Stücks – »Feu la nuit« von Laura Tirandaz

Das Stück Feu la nuit ist komplex wie das Leben. Laura Tirandaz erzählt virtuos mit den Mitteln der Bühne, ohne sich von Gattungsgrenzen beschränken zu lassen. Die Vielschichtigkeit des Textes entsteht durch chorische Erzählpassagen, dramatische Spielszenen, surreale und lyrische Passagen, äußere wie innere Monologe, die in ihrer Mehrperspektivität unserer (Er-)Lebenswelt nahekommen.

Statt einen zentralen Konflikt zu entwickeln, verschränkt die Autorin geschickt Motive miteinander. Mit vielen kleinen Geschichten, die reich an Bildern, Stimmfarben und Registern sind, führt sie uns mühelos hin zu großen Themen wie Freundschaft, Verlust und Trauer und lässt aus der Fülle von Figuren, Situationen und Szenen ein packendes Ganzes entstehen.

Der Fokus des Publikums wandert in diesem Mosaik zwischen den Figuren hin und her, Außen- und Innensichten wechseln sich ab. Die vielen kleinen Schicksale bieten zahlreiche Ankerpunkte für Identifikation und Einfühlung. Laura Tirandaz ist mit diesem einzigartigen Mischgenre ein kleines Bühnenwunder gelungen.

Jury 2021

Dr. Yvonne Griesel – Übersetzerin, Übertitlerin, Dolmetscherin und Moderatorin des Podcast ÜBERÜBERSETZEN
Andreas Jandl – Übersetzer, Preisträger des Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreises
Gerda Poschmann-Reichenau – Übersetzerin, Dramaturgin und Lektorin

Preisträger 2008–2020

Jahr Autor*in DE FR
2008 Gustave Akakpo Die Aleppo-Beule Habbat Alep
2009 Evelyne de la Chenelière & Daniel Brière Eine Frage der Einstellung Le Plan américain
2010 Jennifer Tremblay Die Liste La Liste
2011 Gustave Akakpo Stein für Steinchen À petites pierres
2012 William Pellier Wir Waren La vie de marchandise
2013 Guillaume Corbeil Man sieht sich Nous voir nous
2014 Valère Novarina Homo Automaticus: Der Monolog des Adramelech Le Monologue d‘Adramélech & David Paquet für Open House
2015 Suzanne Lebeau Gretel und Hänsel Gretel et Hansel
2016 Fabrice Melquiot Schwanengesänge La Grue du Japon
2017 Sébastien David (Autor) und Frank Weigand (Übersetzer) Schwingungen Les haut-parleurs
2018 Mishka Lavigne (Autorin) und Frank Weigand (Übersetzer) Hafen Havre
2019 Marine Bachelot Nguyen (Autorin) Der Sohn Le fils
2019 Franziska Baur, Christian Driesen (Übersetzer) Elise - Ein ganzes Feld an Möglichkeiten Elise - Le Champ des Possibles
2020 Olivier Choinière (Autorin) Franziska Baur Übersetzerin, Hinrich Schmidt-Henkel (Übersetzer) Manifest der Jungen Frau Manifeste de la Jeune-Fille

Mit freundlicher Unterstützung des französischen Ministeriums für Kultur/DGCA

Herzlichen Dank an die Sponsoren und Unterstützer