Liebe Freundinnen und Freunde des Festivals,
herzlich willkommen zu dieser Jubiläumsausgabe von Primeurs, die ich besonders gerne als Schirmherrin begleite, stehen dieses Jahr mit den Autorinnen Rébecca Déraspe, Catherine Léger und Maud de Palma-Duquet, gleich drei Dramatikerinnen aus Québec im Mittelpunkt.
Die Vertretung der Regierung von Québec ist seit den Anfängen treuer Partner des Festivals für frankophone Gegenwartsdramatik. Seit rund zwanzig Jahren leistet Primeurs einen unschätzbaren Beitrag zur Förderung frankophoner Dramatik in den deutschsprachigen Ländern. Allen Partnerinnen und Partnern möchte ich herzlich gratulieren und danken, insbesondere auch den Übersetzern und Übersetzerinnen. Primeurs entdeckte und präsentierte im Laufe der Jahre mehr als dreißig Theaterstücke aus Québec und wurde Wegbereiter für die Erfolge der Québecer Dramatik auf deutschsprachigen Bühnen - und im Radio, wo die ausgezeichneten Hörspielproduktionen der Kulturwelle des Saarländischen Rundfunks SR Kultur zur Sichtbarkeit unserer Dramatikerinnen und Dramatiker beitrug.
Das Programm des Festivals Primeurs ist zudem Ausdruck der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Québec und dem Saarland. Wir sind durch gemeinsame Interessen verbunden, insbesondere unserem Engagement für die französische Sprache. Dies gilt umso mehr seit dem Beitritt des Saarlands zur Internationalen Organisation der Frankophonie als beobachtendes Mitglied im Jahr 2024. Wir freuen uns darauf, diese Beziehungen weiter zu vertiefen und auszubauen.
Ich wünsche allen inspirierende Tage und Primeurs noch zahlreiche erfolgreiche Ausgaben!
Geneviève Rolland
Generaldelegierte von Québec für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Déléguée générale du Québec pour l’Allemagne, l’Autriche et la Suisse

Geneviève Rolland ist seit dem 7. August 2023 Generaldelegierte von Québec in München. In dieser Funktion vertritt sie die Regierung von Québec in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Sie absolvierte ihren Bachelor in Internationalen Beziehungen an der Universität Laval in Québec sowie ihren Master in Internationaler öffentlicher Verwaltung an der École nationale d’administration publique in Montréal. Zudem besuchte sie die Nankai-Universität in der chinesischen Stadt Tianjin.
Bevor sie zur Regierung von Québec wechselte, konnte sie ihre Fähigkeiten im Projekt- und Teammanagement mehrere Jahre in der Tourismus- und Freizeitbranche erweitern. Von 2010 bis 2016 arbeitete sie im Ministerium für Wirtschaft und Innovation. Dort unterstützte sie Unternehmen aus Québec bei der Marktentwicklung in Europa und Asien.
Anschließend war Geneviève Rolland als Leiterin der Wirtschaftsabteilung im Büro von Québec in Shanghai sowie als Vizekonsulin für Québec im Generalkonsulat von Kanada in Shanghai tätig. Eine entscheidende Rolle spielte sie beim Ausbau der Präsenz von Québec in China, als im Januar 2019 das Québec-Büro in Shenzhen eröffnet wurde, welches den schnell wachsenden Markt in der Region des Perlflussdeltas bedient.
Im Dezember 2020 wurde sie zur Leiterin des Büros von Québec in Seoul ernannt, wo sie an der Entwicklung der Beziehungen zwischen Québec und Südkorea in den Bereichen Handel, Wissenschaft und Innovation, Kultur, Bildung und Investitionen beteiligt war.

Ian De Toffoli wurde 1981 in Luxemburg in eine italienisch-luxemburgische Familie geboren. Er ist Autor von Essays und Theaterstücken, für die er verschiedene Preise und Stipendien erhalten hat, darunter die Schreibförderung von ARTCENA für Das Erbe (2022) oder den Förderpreis des Science and Theatre Festival des Theater Heilbronn für Humanapp (2021). Für sein Stück Léa oder Eine Theorie komplexer Systeme erhielt er 2024 den Publikumspreis des Festival Primeurs. 2026 wurde es mit dem Prix Servais ausgezeichnet.
Ian De Toffoli ist Hausautor an den Théâtres de la Ville de Luxembourg, wo im April 2027 auch sein neuestes Stück, La Disruption du monde, zur Uraufführung kommen wird. Daneben wird er regelmäßig zu Schreibresidenzen eingeladen, u. a. von La Chartreuse - Centre national des écritures du spectacle, dem Théâtre des Quartiers d’Ivry in Paris, dem Centre des auteurs dramatiques de Montréal sowie dem Literarischen Colloquium Berlin sowie. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller leitet er den zweisprachigen Verlag Hydre Editions und unterrichtet Literatur an der Universität Luxemburg.

Delphine Edy ist Expertin für zeitgenössisches Theater, Kritikerin und Übersetzerin, und unterrichtet in Vorbereitungsklassen und an der Universität Straßburg. Sie wurde 2018 in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft (Sorbonne Université) promoviert und hat unter anderem Thomas Ostermeier: explorer l’autre face du réel pour recréer l’œuvre en scène (Presses du réel, 2022) veröffentlicht und die Ausgabe von Pratiques mit dem Titel Théâtre contemporain : Écritures et Représentations (Nr. 191-192, 2021) mitherausgegeben. In zahlreichen Artikel über zeitgenössische Literatur und Theater beschäftigt sie sich mit ethischen, ästhetischen und politischen Fragestellungen. Als Redakteurin für die Kulturzeitschrift Collateral wird sie auch regelmäßig von Theatern eingeladen, um Publikumsdiskussionen und Podiumsrunden zu moderieren. Derzeit arbeitet sie daran, die Verbindungen zwischen Literatur, lebendiger Kunst und Sozialwissenschaften zu erforschen.

Die Regisseurin Catherine Umbdenstock lebt und arbeitet in Paris, Straßburg und Berlin. Ihr Regiestudium absolvierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst-Busch« in Berlin bei Thomas Ostermeier, Luk Perceval und Robert Schuster. Im Jahr 2012 gründete sie in Straßburg das Ensemble Epik Hotel (www.epik-hotel.com), mit dem sie rund zehn Stücke aus dem klassischen Kanon sowie dem zeitgenössischen Repertoire (darunter Shakespeare, Molière, Schiller, Fassbinder, Brecht, Ungerer und Zumstein) inszenierte und damit in Frankreich auf Tournee ging. Von 2014 bis 2017 war sie assoziierte Künstlerin am Theater La Commune in Aubervilliers, anschließend bis 2022 an der Comédie de Colmar. In den Jahren 2024–2025 war sie Artist in Residence an der Cité Internationale des Arts in Paris. Darüber hinaus wird Catherine Umbdenstock, die ein »grenzüberschreitendes« Theater praktiziert, regelmäßig eingeladen, in Deutschland zu inszenieren (u. a. am Schauspielhaus Hamburg, FWT Köln, Brotfabrik Berlin). Seit 2018 unterrichtet sie Inszenierungspraxis im Masterstudiengang »Inszenierung und Dramaturgie in Europa« an der Universität Lothringen. Mit Epik Hotel konzipiert und leitet sie Workshops für sogenannte »marginalisierte« Gruppen, insbesondere für junge Menschen mit Behinderung in Fördereinrichtungen, in der Justizvollzugsanstalt Mulhouse-Lutterbach sowie an den Gymnasien von Aubervilliers und Sarreguemines. Im Jahr 2026 unterstützt sie den Künstler Clément Cogitore bei der Inszenierung Die Zauberflöte im Rahmen des Opernfestival von Aix-en-Provence und nimmt eine für alle Altersgruppen geeignete, deutsch-französisch zweisprachige Inszenierung von Otto & andere Geschichten von Ungerer wieder auf, die auf Tournee durch die Region Grand Est geht.